Vitamin C
Ein ausgeprägter Vitamin-C-Mangel beeinträchtigt die Kollagenbildung. Möglich sind Müdigkeit, Zahnfleischbluten, punktförmige Hautblutungen, verzögerte Wundheilung und bei schwerem Mangel Skorbut.
Solche Zeichen sind nicht spezifisch und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Vitamin D
Ein Mangel kann die Kalzium- und Phosphatversorgung des Knochens beeinträchtigen. Bei Erwachsenen können Knochenschmerzen, Muskelschwäche und eine Osteomalazie auftreten; bei Kindern kann ein ausgeprägter Mangel zu Rachitis führen.
Der Laborwert wird immer zusammen mit Risikofaktoren, Beschwerden und weiteren Befunden bewertet.
Vitamin E
Ein klinisch relevanter Vitamin-E-Mangel ist selten und tritt vor allem bei gestörter Fettaufnahme oder bestimmten erblichen Erkrankungen auf. Er kann Nerven- und Muskelfunktionen beeinträchtigen, zum Beispiel mit Neuropathie, Ataxie, Muskelschwäche oder Netzhautveränderungen.
Eine eigenständige hoch dosierte Einnahme ist keine Ersatzdiagnostik.
B-Vitamine
Die B-Vitamine umfassen verschiedene Stoffe mit unterschiedlichen Mangelfolgen: Ein Mangel an B1 kann neurologische und kardiale Beschwerden verursachen, B6-Mangel unter anderem Hautveränderungen, Anämie und Neuropathie. Folat- und Vitamin-B12-Mangel können eine megaloblastäre Anämie verursachen; bei Vitamin-B12-Mangel können neurologische Störungen hinzukommen.
Für eine sinnvolle Abklärung müssen die einzelnen B-Vitamine gezielt und nicht als unspezifischer Sammelbefund betrachtet werden.
Coenzym Q10
Coenzym Q10 ist ein körpereigener Bestandteil der mitochondrialen Energiegewinnung und kein klassisches Vitamin. Angeborene primäre Coenzym-Q10-Mangelzustände sind selten; sie können je nach Ursache neurologische, muskuläre, kardiale oder renale Krankheitsbilder verursachen.
Unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit belegen für sich allein keinen Coenzym-Q10-Mangel und erfordern eine ärztliche Differenzialdiagnose.
Magnesium
Ein ausgeprägter Magnesiummangel kann Müdigkeit, Muskelschwäche, Muskelzuckungen oder Krämpfe verursachen. Bei schwerem Mangel sind auch neurologische Symptome, Krampfanfälle oder Herzrhythmusstörungen möglich.
Er kann beispielsweise bei gastrointestinalen Verlusten, bestimmten Medikamenten oder anderen Erkrankungen auftreten und wird entsprechend abgeklärt.
Kupfer
Kupfermangel ist selten, kann aber unter anderem zu Anämie, Neutropenie sowie Veränderungen an Knochen und Nervensystem führen. Neurologische Beschwerden können sich als Gangunsicherheit oder sensible Neuropathie zeigen.
Die Ursachenabklärung ist wichtig, weil zum Beispiel eine hohe Zinkzufuhr die Kupferaufnahme beeinträchtigen kann.
Selen
Ein ausgeprägter Selenmangel ist selten; in Regionen mit sehr niedriger Zufuhr wurden unter anderem Herzmuskelerkrankungen und Gelenk-/Knochenerkrankungen beschrieben. Ein niedriger Selenwert sollte daher immer im Ernährungs-, Erkrankungs- und Laborzusammenhang beurteilt werden.
Auch eine Überversorgung durch Präparate kann gesundheitlich schaden.
Zink
Zinkmangel kann Wachstum und Entwicklung beeinträchtigen sowie zu Durchfall, Appetitminderung, Haarausfall, Hautveränderungen, verzögerter Wundheilung und Veränderungen von Geschmacks- oder Geruchssinn beitragen. Bei älteren Menschen können auch kognitive oder psychische Veränderungen vorkommen.
Da hohe Zinkdosen wiederum einen Kupfermangel begünstigen können, sollte eine Einnahme nicht unkritisch erfolgen.
Eisen
Eisenmangel kann zunächst mit erschöpften Eisenspeichern und später mit einer Eisenmangelanämie einhergehen. Mögliche Folgen sind Müdigkeit, verminderte Belastbarkeit, Blässe, Kurzatmigkeit bei Belastung und Konzentrationsprobleme.
Wichtig ist nicht nur der Ersatz, sondern auch die Abklärung einer möglichen Ursache wie Blutverlust, erhöhter Bedarf oder Aufnahmestörung.